drucken

Wohne lieber ungewöhnlich

C'est quoi cette famille?!

FR 2017, 95 min, Franz./OmdtU, R: Gabriel Julien-Laferrière, K: Cyrill Renaud, S: Thomas Beard, D: Julie Gayet, Thierry Neuvic, Julie Dépardieu, Lucien Jean-Baptiste, Claudia Tagbo, Philippe Katerine 


Turbulente Komödie um eine weitläufige Patchwork-Familie, in der die Kinder sich zu einer WG zusammentun und die Eltern dort antanzen lassen.

Sophie und Hugo sind frisch verliebt, haben einen kleinen bezaubernden Sohn, Gulliver, und heiraten im siebten Himmel. Von Sophies skeptischem Sohn Bastien, der schon die Trennung am Horizont sieht, wollen sie sich nichts vermiesen lassen. Bastien hat schon zu viele Väter kommen und gehen sehen, und weil nicht nur Sophie nach drei Ehen drei Kinder hat, sondern auch die Väter fleißig weiter heiraten, ergibt das nach Patchwork-Arithmetik: sechs Halbschwestern/-brüder, acht Erziehungsberechtigte und ebenso viele Zuhause. Sophie, Hugo und ihre sechs Elternkollegen haben eine komplexe Freizeitlogistik entwickelt, die die Kinder nicht nur von einem Zuhause zum nächsten, sondern auch vom Cello zum Ballett, vom Schach- zum Klavierunterricht delegiert. Ihre Kinder sind Nomaden, und das geht denen maximal auf die Nerven. Eines Tages drehen Bastien und seine Halbgeschwister den Spieß um, und Sophie und Hugo sehen sich mit einer Sorgerechtsrevolution konfrontiert. Die Sprösslinge haben eine Altbauwohnung gekapert, sie fordern Residenzstabilität und überreichen den acht Elternteilen einen sorgfältig erdachten Betreuungsplan, nach dem die Eltern um die Nachwuchs-WG zirkulieren sollen. Es kommt zu einem Patchwork-Ping-Pong, bei dem Sophie und Hugo plötzlich gezwungen sind, nicht mehr nur für sich, sondern für die Gemeinschaft zu denken. Das bedeutet Chaos, und noch viel mehr.
Mit viel Sinn, Humor und Verstand für die Fallstricke moderner Familienkonzepte erzählt WOHNE LIEBER UNGEWÖHNLICH von einer grandiosen Wohnidee, die das Leben schöner, die Familien familiärer, Eltern menschlicher und das Chaos bunter macht. Eine herzhafte Kinokomödie aus Frankreich, die uns aus der Seele zu sprechen und uns geschwisterlich zu stimmen weiß.

AUS EINEM INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR:
Beim Anschauen des Films bekommt man den Eindruck, dass die Wohnung eine weitere Figur ist.
Das ist so gewollt. Es ist eine Pariser Wohnung, die man für Dreharbeiten mieten kann. Bei der Größe wird man neidisch, 280 Quadratmeter und zwei jeweils gleichwertige Wohnungen auf derselben Etage. So konnten wir auch die Schauspielerräume und das Material im gleichen Gebäude unterbringen. Ideal für die Logistik. Anfangs ist es ein abgewohnter und düsterer Ort. Im Laufe der Geschichte erlebt er jedoch Veränderungen, die zeigen, dass die Kinder den Ort immer mehr beherrschen. Sie machen daraus eine Art sympathische Hausbesetzung. Die Metamorphose der Wohnung hat die Szenenbildner viel Arbeit gekostet.

Was sagt der Film über Patchworkfamilien aus?
Er erinnert natürlich daran, dass in Frankreich jede zweite Ehe mit einer Scheidung endet. Und dass die Wiederheirat oft auch in einer Trennung endet. Das Thema ist sehr sensibel. Die Patchworkfamilie wird hier nicht als Modell gezeigt. Die Kinder leiden unter einer Scheidung, selbst wenn es ihnen jetzt besser geht. Wir wollten die nicht erwachsen werden wollenden Eltern nicht glorifizieren, die mir nichts, dir nichts eine Familie auflösen, um eine neue zu gründen.

__ Beschwingt und chaotisch auf eine sympathische Art – Programmkino.de

Nächste Spieltermine:

Di. 26. Juni 16.40 Uhr OmU City 2
Do. 28. Juni 16.40 Uhr OmU City 2
Di. 28. August 20.30 Uhr OmU open space
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
Wohne lieber ungewöhnlich
Moviemento-Programmzeitung
Nr 353 - Juni 2018
Bestes Kino EuropasSommerkino 2018Kulinarisches Sommerkino 2018Grillen Chillen KickenPremiere: TarpaulinsCreep Night #4Rearview
schliessen [X]
Film der Woche: Dolmetscher